WILLKOMMEN

Titelbild
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.
Joh 6,37
 
Der Wolf an der Krippe
 
Es war einmal ein Wolf. Er lebte in der Gegend von Bethlehem. Die Hirten wussten um seine Gefährlichkeit und waren allabendlich damit beschäftigt, ihre Schafe vor ihm in Sicherheit zu bringen. Stets hatte einer von ihnen Wache zu halten, denn der Wolf war hungrig, listig und böse. Es war in der heiligen Nacht. Eben war der wunderbare Gesang der Engel verstummt. Ein Kind sollte geboren worden sein, ein Knabe. Der Wolf wunderte sich sehr, dass die rauen Hirten alle-samt hingingen, um ein Kind anzusehen. „Wegen eines neugeborenen Kindes solch ein Getue“, dachte der Wolf. Aber neu-gierig geworden und hungrig wie er war, schlich er ihnen nach. Beim Stall angekommen, versteckte er sich und wartete.
Als die Hirten nach der Huldigung an Jesus sich von Maria und Josef verab-schiedeten, hielt der Wolf seine Zeit für gekommen. Er wartete noch bis Maria und Josef eingeschlafen waren; die ausgestandene Sorge und die Freude über das Kind hatten sie sehr müde gemacht. „Um so besser“, dachte der Wolf, „ich werde mit dem Kind beginnen.“ Auf leisen Pfoten schlich er sich in den Stall. Niemand bemerkte sein Kommen. Allein das Kind. Es blickte voll Liebe auf den Wolf, der, Pfote vor Pfote setzend, sich lautlos an die Krippe heranschob. Er hatte den Rachen weit geöffnet, und die Zunge hing ihm heraus. Er war schrecklich anzu-sehen. Nun stand er dicht neben der Krippe. „Ein leichtes Fressen“, dachte der Wolf und schleckte sich begierig die Lefzen. Er setzte zum Sprung an. Da be-rührte ihn behutsam und liebevoll die Hand des Jesuskindes.
Das erste Mal in seinem Leben streichelte jemand sein hässliches, struppiges Fell, und mit einer Stimme, wie der Wolf sie noch nie vernommen, sagte das Kind: „Wolf, ich liebe dich.“
Da geschah etwas Unvorstellbares – im dunklen Stall von Bethlehem platzte die Tierhaut des Wolfes – und heraus stieg ein Mensch. Ein wirklicher Mensch. Der Mensch sank in die Knie, küsste die Hände des Kindes und betete es an. Alsdann verließ er den Stall – lautlos, wie er zuvor als Wolf gekommen - und ging in die Welt, um allen zu künden: Dieses göttliche Kind kann dich erlösend berühren.

In der Jahreslosung des zu Ende gehenden Jahres verspricht Jesus:
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.
Joh 6,37

In der Adventszeit wollen wir dem Versprechen Jesu vertrauen. Wir sind eingeladen, den Weg zum Kind in der Krippe zu gehen. Es will uns anrühren und erlösen! Gott helfe uns an jedem Tag unseres Lebens dazu!

Eine gesegnete, friedvolle Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Jahreswechsel wünscht Ihnen Ihre Kirchgemeinde! 

violett